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Heilversprechen vermeiden: So beschreibst du deine Arbeit, ohne ein Ergebnis zu versprechen

Webseite28. Oktober 2026·6 Min Lesezeit
Abstrakte Wellenlinien in Rot und Orange auf blauem Grund

Ein Heilversprechen liegt vor, wenn deine Webseite einer Behandlung eine Wirkung zuschreibt, die sie nicht hat, oder den Eindruck erweckt, dass ein Erfolg sicher eintritt. Du vermeidest es, indem du beschreibst, mit wem du arbeitest und wie eine Sitzung abläuft, und das Ergebnis beim Klienten lässt. In Deutschland regelt das vor allem das Heilmittelwerbegesetz, und es gilt auch für Coaches, sobald sie mit der Linderung von Beschwerden werben.

Dieser Beitrag zeigt dir, wo sich Heilversprechen auf einer Webseite verstecken und wie du dieselbe Aussage ohne Versprechen formulierst. Er ersetzt keine Rechtsberatung, gibt dir für deine Texte aber eine klare Richtung.

Was das Gesetz unter einem Heilversprechen versteht

Nach § 3 HWG ist irreführende Werbung unzulässig. Irreführend ist sie unter anderem dann, wenn einem Verfahren oder einer Behandlung eine therapeutische Wirksamkeit oder Wirkungen beigelegt werden, die sie nicht haben, oder wenn fälschlich der Eindruck erweckt wird, dass ein Erfolg mit Sicherheit erwartet werden kann.

Das Gesetz gilt dabei nicht nur für Ärzte und Heilpraktiker. Nach § 1 HWG erfasst es auch die Werbung für Verfahren und Behandlungen, sobald sich die Aussage auf die Erkennung, Beseitigung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder krankhaften Beschwerden bezieht. Ein Coach, der verspricht, Ängste oder Schlafstörungen aufzulösen, wirbt damit genau in diesem Bereich.

In der Schweiz und in Österreich gelten eigene Gesetze, und auch dort ist irreführende Werbung unzulässig. Wenn du Klienten in mehreren Ländern hast, prüfst du deine Texte am besten nach den Regeln jedes Landes, in dem du wirbst.

Wo sich Heilversprechen auf deiner Webseite verstecken

Die wenigsten Heilversprechen stehen als offener Satz auf der Seite. Meist stecken sie an Stellen, die man beim Schreiben für harmlos hält.

  • Überschriften wie «Endlich frei von Angst»
  • Listen mit Krankheiten und Beschwerden, bei denen du hilfst
  • Zahlen wie «in drei Sitzungen» oder «bei neun von zehn Klienten»
  • Kundenstimmen, die eine Heilung schildern
  • Geschichten mit einem Vorher und einem sicheren Nachher

Bei den Kundenstimmen ist das Gesetz genau. Nach § 11 HWG darf außerhalb der Fachkreise nicht mit Äußerungen Dritter geworben werden, wenn diese in missbräuchlicher, abstoßender oder irreführender Weise erfolgen. Eine Stimme, die eine Heilung behauptet, macht deine Seite deshalb angreifbar, auch wenn sie gut gemeint ist. Für bestimmte Krankheiten, die in der Anlage zum Gesetz stehen, gelten nach § 12 HWG außerhalb der Fachkreise zusätzliche Werbeverbote.

Formulierungen vorher und nachher

Der Unterschied liegt fast immer im Subjekt des Satzes. Ein Heilversprechen macht deine Methode zum Handelnden und das Ergebnis zur Zusage. Eine sichere Formulierung stellt den Klienten und seine Erfahrung in die Mitte und beschreibt deine Arbeit, ohne den Ausgang festzulegen.

Vorher stand dort «Mit meiner Methode lösen sich Ängste dauerhaft auf». Nachher steht dort «Ich begleite Menschen, die mit Ängsten leben, und in meinen Sitzungen schauen wir in Ruhe an, was sie gerade brauchen».

Vorher stand dort «Nach drei Sitzungen schläfst du wieder durch». Nachher steht dort «Viele Klienten kommen zu mir, weil sie seit Langem schlecht schlafen, und wir arbeiten in jeder Sitzung mit Atem und Körperwahrnehmung».

Vorher stand dort «Ich heile Blockaden aus der Kindheit». Nachher steht dort «In meiner Arbeit nehmen wir uns Zeit für Erfahrungen aus der Kindheit, die heute noch nachwirken».

Vorher stand dort «Garantiert schmerzfrei nach der Behandlung». Nachher steht dort «Die Behandlung ist sanft, und du bestimmst in jedem Moment, wie weit wir gehen».

Keine der neuen Fassungen sagt ein sicheres Ergebnis zu. Trotzdem erkennt sich ein Leser darin wieder, weil er seine Lage und eine Arbeitsweise sieht, die er sich vorstellen kann.

Wörter, bei denen du genauer hinsehen solltest

Manche Wörter tragen das Versprechen schon in sich. Dazu gehören «heilen», «garantiert», «dauerhaft», «sicher», «endlich frei» und jede Angabe darüber, wie schnell etwas wirkt. Du musst diese Wörter nicht überall streichen. Prüf aber jeden Satz, in dem sie stehen, darauf, ob er eine Wirkung zusagt, die du nicht belegen kannst.

Was du stattdessen zeigen kannst

Wenn du das Ergebnis offen lässt, brauchst du andere Belege für deine Arbeit. Am stärksten wirken eine klare Beschreibung, mit wem du arbeitest, ein nachvollziehbarer Ablauf deiner Sitzungen, deine Ausbildung und Erfahrung sowie Stimmen von Klienten, die ihre Zeit bei dir schildern, ohne eine Heilung zu behaupten.

Wie daraus eine Positionierung wird, die ohne Versprechen trägt, zeigen wir auf der Seite Positionierung für Therapeuten. Wie die Webseite einer Praxis aufgebaut ist, steht auf der Seite Website für Therapeuten, und welche Stimmen du zeigen kannst, beschreibt der Beitrag Kundenstimmen auf der Website.

Wenn du deine Texte nicht allein umschreiben willst, erarbeiten wir mit dir im Paket 1 «Deine Frequenz» für CHF 2'970 in zwei Wochen deine Positionierung. Im Paket 2 «Deine schwingende Seite» schreibt Karin danach alle Texte von Hand, und wir bauen dir für CHF 5'000 in vier Wochen die fertige Webseite.

Häufige Fragen

Was ist ein Heilversprechen?

Ein Heilversprechen ist eine Werbeaussage, die einer Behandlung eine Wirkung zuschreibt, die sie nicht hat, oder den Eindruck erweckt, dass ein Erfolg sicher eintritt. In Deutschland ist solche Werbung nach § 3 des Heilmittelwerbegesetzes unzulässig.

Gilt das Heilmittelwerbegesetz auch für Coaches?

Das Gesetz gilt auch für Coaches, sobald sich ihre Werbung auf die Erkennung, Beseitigung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder krankhaften Beschwerden bezieht. So steht es in § 1 des Gesetzes.

Darf ich Kundenstimmen auf meiner Praxisseite zeigen?

Du kannst Stimmen zeigen, die deine Arbeitsweise und die Zeit bei dir schildern, ohne eine Heilung zu behaupten. Nach § 11 HWG ist Werbung mit Äußerungen Dritter unzulässig, wenn sie in missbräuchlicher, abstoßender oder irreführender Weise erfolgt.

Darf ich schreiben, bei welchen Beschwerden ich arbeite?

Du kannst beschreiben, in welcher Lage Menschen zu dir kommen, ohne eine Linderung zuzusagen. Für bestimmte Krankheiten aus der Anlage zum Heilmittelwerbegesetz gelten zusätzliche Verbote, deshalb lohnt sich bei einer Liste von Diagnosen eine rechtliche Prüfung.

Wie formuliere ich meine Arbeit ohne Heilversprechen?

Stell den Klienten und seine Erfahrung in die Mitte des Satzes und beschreib, wie du arbeitest. Das Ergebnis lässt du offen, statt es zuzusagen.

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