Was kostet dich eine neue Webseite als Coach? Und worauf kommt es wirklich an?
Du googelst „Webseite erstellen lassen“ und findest Angebote von 500 bis 15’000 CHF. Alle versprechen dasselbe: eine professionelle Webseite. Aber der Preis allein sagt dir nichts darüber, ob die Seite am Ende Kunden bringt oder nur gut aussieht.
Die Preisspanne — und was dahinter steckt
Lass uns ehrlich sein: Zwischen einer Webseite für 500 CHF und einer für 10’000 CHF liegt nicht nur ein Preisunterschied. Es sind komplett verschiedene Produkte.
500–1’500 CHF — Template-Webseite: Du bekommst ein Design-Template (Squarespace, Wix, WordPress-Theme), deine Texte werden reingestellt, die Seite geht online. Das kann in einer Woche fertig sein. Das Problem: Deine Seite sieht aus wie tausend andere. Und niemand hat sich gefragt, ob dein Angebot klar ist und ob deine Texte die richtigen Menschen ansprechen.
2’000–5’000 CHF — Individuelles Webdesign: Ein Designer baut eine Seite, die zu dir passt. Eigenes Layout, eigene Farben, vielleicht ein Logo dazu. Das sieht besser aus. Aber: Ein Designer gestaltet — er positioniert nicht. Er fragt dich, was auf der Seite stehen soll. Wenn du das selbst nicht weisst, hast du eine schöne Seite mit schwachen Texten.
5’000–15’000 CHF — Webseite mit Strategie: Hier wird zuerst gefragt: Wer ist dein Kunde? Was ist dein Angebot? Was ist dein Versprechen? Dann wird eine Seite gebaut, die nicht nur gut aussieht, sondern einen klaren Pfad vom Besucher zum Kunden hat. Texte, Struktur und Design sind aufeinander abgestimmt.
Die vier Fragen, die wichtiger sind als der Preis
Bevor du ein Angebot annimmst, stell diese vier Fragen — an den Anbieter und an dich selbst:
1. Gehört meine Positionierung mit zum Angebot — oder muss ich sie selbst einbringen?
Die meisten Webdesigner und Agenturen erwarten, dass du weisst, was auf der Seite stehen soll. Aber genau das ist ja das Problem. Wenn du deinen Kern in einem Satz formulieren könntest, bräuchtest du wahrscheinlich keine neue Seite.
Frag: „Helft ihr mir, meinen Positionierungssatz zu finden — oder setzt ihr nur um, was ich euch gebe?“
2. Wer schreibt die Texte?
Das Design macht 20% einer Webseite aus. Die Texte 80%. Eine Seite mit mittelmässigem Design und schwingenden Texten verkauft besser als eine Seite mit preisgekröntem Design und nichtssagenden Texten.
Frag: „Schreibt ihr die Texte? Auf welcher Grundlage? Wie stellt ihr sicher, dass sie meine Stimme haben und nicht wie eine Agentur klingen?“
3. Gibt es eine klare Conversion-Strategie — oder nur ein schönes Layout?
Eine Webseite, die keine Kunden bringt, ist kein Marketing-Instrument. Sie ist eine digitale Visitenkarte. Schön, aber nutzlos.
Frag: „Wie stellt ihr sicher, dass Besucher zu Kunden werden? Gibt es eine Struktur? Konkrete Handlungsaufrufe?“
4. Was passiert, wenn ich nicht weiss, was genau mein Angebot ist?
Viele Coaches und Therapeuten haben ein vages Angebot: „Ich biete Begleitung an.“ Aber eine Webseite kann nur verkaufen, was definiert ist — mit Preis, Umfang, Zeitrahmen und einem konkreten Ergebnis.
Frag: „Helft ihr mir, mein Angebot zu definieren — oder muss ich das vorher klären?“
Was eine Coach-Webseite mindestens braucht
Unabhängig vom Preis — JEDE Webseite, die Kunden bringen soll, braucht diese Elemente:
- Eine Reise, die der Kunde durchläuft: Er muss sich in seinem Leid und Wunsch gleich am Anfang deiner Webseite wiederfinden und in 5 Sekunden verstehen, was für ihn drin ist
- Ein definiertes Angebot mit Transformation, Zeitrahmen und konkreten Ergebnissen
- Texte, die nach dir klingen — nicht nach einer Agentur und nicht nach ChatGPT
- Testimonials — mindestens drei echte Kundenstimmen
- Einen klaren Handlungsaufruf in jeder Sektion — idealerweise ein kostenloses Erstgespräch mit Buchungstool
- Technisches SEO — damit Google dich findet (Title, Description, Schema, Sitemap)
Wenn eines dieser Elemente fehlt, arbeitet die Seite gegen dich — egal, was sie gekostet hat.
Der versteckte Kostenfaktor: Was dich eine schlechte Webseite pro Jahr kostet
Die meisten Coaches denken bei „Kosten“ an den Preis der Webseite. Aber der wirkliche Kostenfaktor ist ein anderer:
Nehmen wir an, dein durchschnittlicher Auftragswert liegt bei 3’000 CHF. Und nehmen wir an, dass pro Monat 3 bis 10 Interessenten auf deine Seite kommen, die grundsätzlich zu dir passen würden — die aber abspringen, weil die Seite sie nicht überzeugt.
Das sind 40’000 bis 120’000 CHF pro Jahr, die du nicht verlierst, weil du nicht gut genug bist — sondern weil dein Auftritt nicht transportiert, wie gut du bist.
Die Frage ist nicht „Kann ich mir eine neue Webseite leisten?“ — sondern „Kann ich mir meine aktuelle Webseite noch leisten?“
Eine Webseite, die schwingt, kostet mehr als ein Template. Aber sie kostet einen Bruchteil dessen, was dich die alte Seite jedes Jahr an verlorenen Kunden kostet.
Wann ein Template reicht — und wann nicht
Ein Template reicht, wenn:
- du gerade erst startest und noch keine Kunden hast
- du dein Angebot noch testest und es sich monatlich ändert
- dein Hauptkanal persönliche Empfehlungen sind und die Webseite nur eine Visitenkarte ist
Ein Template reicht NICHT, wenn:
- du bereits Kunden hast, aber nicht planbar genug
- du weisst, dass du gut bist, aber dein Auftritt das nicht transportiert
- du ein Buch, einen Kurs oder ein Programm neu lancierst und die Webseite der zentrale Anlaufpunkt ist
- du von Empfehlung auf eigenständige Kundengewinnung umstellen willst
Wenn du in der zweiten Kategorie bist, lohnt sich die Investition in eine Seite, die nicht nur gut aussieht, sondern die richtige Frequenz hat.
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